Gesellschaftsinsel - Les Iles de la Société

Die Gesellschaftsinsel, die ich vom Land und mit Segelboot von See aus kennen gelernt habe, waren mit Ausnahme von Maupiti für mich eher enttäuschend. Die Inseln halten nicht, was Reiseberichte im Fernsehen, Reiseführer und Broschüren uns einreden wollen. Die Preise in französisch Polynesien betragen zudem das 2- bis 6-fache der Preise auf den Cookinseln. Einen Sonderfall stellen die ab 300 Euro pro Nacht teuren Resorts dar. Dort wird das Paradies inszeniert und sei es, dass der Sand in Massen herbeigeschafft wird.

Folgendes Zitat von Bruno (Tahaa) gibt einen Einblick in das Verständnis von Marktwirtschaft: "wenn Gott mir Leute schickt, verdiene ich Geld - wenn Gott mir keine Leute schickt, ruhe ich mich aus". Wenn man liest "at competitive prices", bedeutet das schlicht, dass man nicht darauf hoffen kann, es woanders billiger zu bekommen. Umsatz ist ein unbekanntes Wort, wenn man zu wenig verdient, wird der Preis erhöht wie auf Tahaa.


Inselhüpfen

Je Insel sollte man maximal drei Nächte bleiben, mehr bieten die Inseln nicht zu sehen. Die meisten Leute bleiben nur zwei Nächte.

Moorea

Als ich in Moorea ankam, hatte ich zunächst einen guten Eindruck, bis ich bemerkte, dass der Transfer entlang der Nordküste die schöne Seite der Insel zeigt. Das Hotel Hibiscus war die einzige Unterkunft, bei der ich mich allein auf den Rat meines Reisebüros verlassen hatte. Es war jedenfalls das teuerste meiner Reise aber ich hätte besser auf eine Warnung im Internet gehört, denn das Ambiente war furchtbar. In Lee gelegen, bedeutete es Schwüle und Mücken, der Strand war eine mit Sand gefüllte Betonumfassung ohne Schatten, wo auch noch das Abwasser der Waschmaschinen in die Lagune geleitet wurde. Hier hätte ich nach zwei Tagen am Liebsten die Reise abgebrochen.

Dann habe ich mir für zwei Tage einen teuren Mietwagen genommen. Aber Achtung selbst mit dem extra zu bezahlenden Vollkasko ohne Selbstbeteiligung sind Reifenschäden immer noch ausgenommen und darf die geteerte Straße nicht verlassen werden. Im Auto war es wenigstens nicht schwül, gab es keine Mücken und ein Dach gegen Regen und Sonne über dem Kopf. Also fuhr ich so langsam wie irgend möglich alle Straßen, die ich fahren durfte und hatte Alles nach gut einem halben Tag gesehen. An der Nordküste sowie die Strecke zum berühmten Tiki Village fuhr ich noch ein weiteres Mal hin und her. Von außen sah das Tiki Village bei Tag gar nicht einladend aus und die riesig breite Zufahrt war mit wassergefüllten Schlaglöchern übersäht, denen nicht auszuweichen war. Wegen der Mietbedingungen verzichtete ich darauf, den Eingang zu erreichen. Von Besuchern des Tiki Village erfuhr ich, dass diese nur im Finsteren und im Bus direkt zum Eingang gelangt waren und die Show genossen hätten - aber das hat wohl nichts mit der Realität auf der Insel zu tun.

Ich musste feststellen, dass es zwischen Tiki Village und Les Tipaniers eine große Zahl inzwischen geschlossener Anlagen gibt u. a. eines, das mir mein Reisebüro zuvor noch angeboten hatte. Als ich an diesem Tag erneut beim Les Tipaniers vorbeikam, entschloss ich mich hineinzugehen und kam in eine andere Welt. Nur 1,3 km entfernt vom Hibiscus aber um's Eck der Insel mit sanfter Brise, ohne Mücken, mit schönem Sandstrand, der in Gras überging und Schatten spendenden Palmen fühlte ich mich plötzlich wohl. Auch das Restaurant war ganz nach meinem Geschmack. Am folgenden Tag ließ ich den teuren Mietwagen vor dem Les Tipaniers stehen, weil es ja nichts mehr zu erkunden gab und verbrachte die verbliebenen Tage und Abende dort und ging nur noch zum Schlafen ins Hibiscus. Das Les Tipaniers wäre zudem billiger gewesen als das Hibiscus. Allerdings ist es vier Monate im Voraus ausgebucht.


Huahine

Das Meiste, was es auf Huahine zu sehen gibt, konnte ich bereits beim Transfer sehen, denn ich saß neben dem Fahrer und es ging praktisch entlang der gesamten Insel zur Pension Mauarii ganz im Süden von Huahine Iti. In der Pension hatte ich irgendwie immer das Gefühl, dass nicht französisch sprechende Gäste dem Personal eher lästig waren, bis ich höhrte, dass auch eine französisch sprechende Deutsche von einer Bedienung verlangte, mal als Gast behandelt zu werden. Ansonsten war die Anlage urig schön. Halbpension zu nehmen lohnt sich nicht, da man à la Carte preiswerter isst.

An meinem letzten Tag im Mauarii hatte ich Geburtstag, was die Chefin aber geflissentlich ignorierte, obwohl sie es wusste. Vielen Dank möchte ich an Klaus aus Deutschland richten, der mir unbewusst ein Geburtstagsgeschenk machte, als er mit mir mit Kajak bis zur Südspitze zum Schnorcheln fuhr.

Bei der Südspitze gab es ein kleines "Magasin", in dem ich als Morgenspaziergang mein tägliches Baguette holte, das unter dem Namen vorbestellt werden musste. Genau zwei Wochen später kam ich mit dem Segeltörn wieder in die Bucht vor dem Mauarii und sollte in dem Magasin Baguette bestellen. Beeindruckend war für mich, dass die junge Dame immer noch meinen Namen wusste.


Tahaa

Was es auf Tahaa zu sehen gibt, kann man problemlos auch von Raiatea aus besuchen, also lohnt sich ein Aufenthalt auf der Insel nicht. Zwei Unterkünfte haben von 2005 auf 2006 ihre Preise um 50% erhöht, ich war in einem davon, zahlte durch meine frühe Bestellung aber noch den alten Preis. Im Le Passage war ich bis auf zwei Nächte der einzige Gast. Frühstück und Abendessen wurden von Marie-Thérèse mit Liebe zubereitet und die Unterkunft war schön. Aber der Landrover und das Motorboot nebelten mich aber so in ihre Abgase ein, dass mir die Ausflüge damit eher eine Plage waren. Die einzige Unterkunft, die auf mich einen insgesamt positiven Eindruck machte war die Pension Vaipoe, das danebenliegende Hotel Hibiscus Tahaa war zwei Mal Ziel des Segeltörns und würde ich nicht empfehlen.


Raiatea

Die letzten 5 Tage vor dem Segeltörn verbrachte ich im Sunset Beach Motel nahe der Marina Apooiti, wo ich mich fast am Wohlsten fühlte. Das beste Abendessen gab es in Uturoa im Le Quai des Pêcheurs, auf Anruf wurde man kostenlos abgeholt und wieder heimgebracht. Leider konnte ich die Segler nicht mehr dazu bewegen, dort zu essen.

Mit dem Segeltörn kam ich dann zu den schönsten Teilen im Süden von Raiatea, dem Baie Faaroa und dem Marae Taputaputea, was entgegen meiner Planung beinahe dem zu häufigen Anlegen auf Tahaa zum Opfer gefallen wäre. Leider hing das bis zuletzt in der Luft, denn auf meine Äußerung, dass es mir das Wichtigste auf dem Törn wäre, erhielt ich zuerst die Antwort, darauf hätte ich keinen Anspruch.


Yachtcharter

Raiatea - Huahine - Tahaa - Bora Bora - Maupiti - Bora Bora - Tahaa - Raiatea

Ein Segeltörn ist eine sehr gute Möglichkeit, die Inseln kennen zu lernen, da man sich ihnen von der schönen Seite nähert - dem Meer. Voraussetzung ist allerdings, dass die Mannschaft harmoniert. Von unseren sechs Yachten gab es aber auf fast allen mehr oder weniger heftige Auseinandersetzungen, sogar auf den Booten mit Teilnehmern die meinten, sich zu kennen. Auf einem Boot wurde der Skipper von der Mannschaft kurzerhand "abgesetzt". Ein Pärchen erinnerte mich an Tetzlaffs aus "Ein Herz und eine Seele". Ausdrücklich danken möchte ich hier meinem Kabinengenossen Eduard aus der Schweiz, der mir mit seiner Gelassenheit über manchen Ärger hinweggeholfen hat.

Ein Problem war die Bordkasse. Wieso unser vom Veranstalter eingesetzter Skipper auf die absurde Idee kam, Euro als Bordwährung einzuführen, blieb mir verborgen. Die Tour startete an Christi Himmelfahrt, am folgenden Freitag blieben die Banken zusätzlich geschlossen, sodass es erst Montag möglich wurde die Euro in bar auf einer Bank zu wechseln. Dies ist besonders deswegen ärgerlich, weil der Veranstalter schon seit zwölf Jahren immer zur gleichen Zeit diese Tour durchführt und das wissen sollte. Für die nötigen Einkäufe in den ersten vier Tagen musste ich mit 72000 CFP (600 Euro) aushelfen. An Geldautomaten wäre relativ einfach Geld zu beschaffen gewesen aber die Mehrzahl wollten Euro und ein besonders Schlauer unbedingt Reiseschecks einlösen. Auf meine Empfehlung, wie viel Geld sie wechseln sollten, hörte vor allem der Reisescheckspezialist nicht, weshalb er ein weiteres Mal zahlungsunfähig wurde. Außerdem sind am Bankschalter hohe Bearbeitungsgebühren fällig.

Heute würde ich strikt darauf bestehen, alkoholische Getränke nicht über die Bordkasse zu beschaffen. Einige Boote hatten vernünftige Mehrheiten, die dies bald besser regelten. Zu unserem Boot folgende statistischen Daten für 14 Tage: 170l Wasser, 72l Bier und 20l Wein. Wasser wurde von 8 Personen im Schnitt mit 1,5l pro Person und Tag getrunken. Bier und Wein wurden von 5 Personen im Schnitt mit 1,3l pro Person und Tag getrunken. Man kann unschwer ahnen, dass es Einzelne gab, die mehr Alkoholisches als Wasser getrunken haben. Bier und Wein machte mit ca. 450 Euro rund ein Viertel der Bordkasse aus, wobei die hochprozentigen Getränke noch nicht mal berücksichtigt sind.

Die Insel Tahaa wurde eindeutig zu oft angefahren, was vor allem dem Einkommen von Leo vom Hotel Hibiscus zu Gute kam. Da gibt es preiswertere und bessere Möglichkeiten aber der Oberskipper und sein Sohn hatten oft andere Präferenzen. Insgesamt wurden wir zu wenig oder gar nicht in die Entscheidungen über die Route einbezogen.


Bora Bora

Auf keiner anderen Insel sind die Gegensätze zwischen Luxusanlage und Armut der Einheimischen örtlich näher und drastischer erkennbar. Rücksichtslos werden neue riesige Anlagen aus dem Boden gestampft und die Umwelt grob misshandelt.


Der Qualm der Freiluftmüllverbrennung, die gegenüber der gerade im Bau befindlichen Anlage von Four Season erfolgt, ist bis zur Nachbarinsel Tahaa zu sehen. Von den Gewinnen der Anlagen fließt so gut wie nichts in die Infrastruktur der Insel.


Maupiti

Hier kann man noch am Ehesten das finden, was man sich unter Südsee vorstellt.