Bei Abflügen von Stuttgart oder Köln mit Star Alliance (Lufthansa) ist es sinnvoll, mit AirRail ("Flug" auf der Schiene mit dem ICE) nach Frankfurt Flughafen zu fahren und den Check-In schon am Hauptbahnhof zu erledigen. Dazu reist man nach Stuttgart günstig mit dem Baden Württemberg Ticket der Deutschen Bahn.
Für Neuseeland sollte man zur Erkundung der Süd- und Nordinsel wenigstens 5 Wochen einplanen. Für eine Reise Ende des Sommers sind die Monate Februar und März empfehlenswert, wobei zuerst die Südinsel und anschließend die Nordinsel besucht werden sollte. Die Inseln der Südsee und Neuseeland lassen sich dabei jahreszeitlich nur schwer kombinieren, da man Neuseeland Anfang April verlassen sollte, was andererseits für die Inseln der Südsee fast noch zu früh ist.
Christchurch ist der ideale Ausgangspunkt in dieser Zeit. Je nach Flugstrecke kommt man entweder dort direkt am International Terminal an oder muss in Auckland auf einen Inlandflug umsteigen. Dann muss man bereits in Auckland durch den Zoll und sein Gepäck zu Fuß durchs Freie 15 min zum Domestic Terminal schieben und dort wieder einchecken! Vom Flughafen Christchurch geht am International Terminal ein Bus "Cityflyer" für NZ$ 7 pro Fahrt zum Cathedral Square im Zentrum. Bei Ankunft am Domestic Terminal muss man dazu ca. 100m nach links laufen.
Ich empfehle nach der langen Reise zuerst zwei Nächste im Camelot Cathedral Square Hotel zu verbringen und Christchurch zu Fuß zu erkunden sowie im Botanischern Garten auszuspannen. Mit einem kostenlosen gelben Shuttle-Bus kann man sich zur ersten Übersicht durch die Einkaufsstrassen der Stadt fahren lassen.
Die Orientierung fiel mir anfangs schwer, alles ist Seitenverkehrt. Die Sonne steht im Norden und zieht von rechts nach links und als Fussgänger muss man besonders aufpassen, man schaut spontan immer in die falsche Richtung. Später beim Mietwagen ebenso alles auf der anderen Seite - Blinker, Wischer, Schaltung, wobei das Linksfahren dabei das Leichteste ist.
Zur Maui Mietwagenstation, die in der Nähe vom International Terminal ist, kam ich vom Cathedral Square mit einem Minibus, der die Fahrt für nur NZ$ 5 anbot.
Eine praktische Einrichtung zum billig Telefonieren in NZ sind Telefonkarten z. B. die Kia Ora Card für NZ$ 5, auf denen man dazu eine PIN frei rubbeln muss. Leider wird die richtige Verwendung nicht erschöpfend beschrieben und man findet auch niemand, der es wirklich erklären kann. Günstig telefonieren kann man nur von einem Festnetztelefon, wozu man sich vorher eine Liste aller Local Access Numbers besorgen sollte, denn es gibt drei Varianten des Zuganges:
1. Vom Festnetztelefon mit der 7-stelligen Local Access Number 9.. .... für 7 NZcent/min
2. Vom Festnetztelefon mit der 6-stelligen National Convenience Number 015... für 17 NZcent/min
3. Vom öffentlichen Telefon mit der 6-stelligen National Convenience Number 015... für 57 NZcent/min
Der Ablauf ist folgender:
1. Zugangsnummer wählen und auf die Ansage der Telefongesellschaft warten.
2. Freigerubbelte 10-stellige PIN eingeben und auf die Ansage des Guthabens warten.
3. Telefonnummer eingeben z. B. 0049 7583 ...... und # am Ende, dann erfolgt die Ansage des Tarifs.
Die Übernachtung in BBH Budget Backpacker Hostels ist eine gute Möglichkeit. Der BBH-Führer ist in allen Informationen kostenlos erhältlich. Die Preise sind nahezu gleich, die Qualität aber unterschiedlich. Man sollte sich die Unterkunft erst ansehen und dann entscheiden, ob man zur Nächsten weiterfährt oder bleibt. Ein Kriterium kann dabei auch sein, ob es ein Festnetztelefon (an dem man per Call by Call von Deutschland für 2,30 Euro-Cent zurückgerufen werden kann) oder nur ein öffentliches Telefon gibt. Mit der BBH Club Card für NZ$ 40 erhält man die Übernachtung um 1 bis 2 NZ$ billiger und hat damit gleichzeitig eine Telefonkarte im Wert von NZ$ 20. Das lohnt sich, wenn man vorhat, hauptsächlich im BBH zu übernachten.
Die Nordinsel (Wellington) und Südinsel (Picton) verbinden zwei Fährgesellschaften über die Cook Straße. Bluebridge fährt zum einheitlichen Preis von NZ$ 150 für Auto und Fahrer, Interislander hat eine von der Vorausbuchung abhängige Preisstaffelung bis zu NZ$ 250.
Zwischen der Maui Mietwagenstation und dem Flughafen Auckland gibt es eine kostenlose Busverbindung sowie zwischen Flughafen und Auckland einen roten Bus (NZ$ 15 einfache Fahrt, NZ$ 22 Hin und Zurück an beliebigen Tagen), der in der Stadt an fast allen Hotels vorbeifährt (dem Fahrer das gewünschte Hotel sagen). In Auckland gibt es einen roten Bus, der alle 10 min kostenlos durch die Stadt fährt.
Im Folgenden möchte ich die interessantesten Plätze und Unterkünfte entlang meines Weges durch Neuseeland auflisten.
Christchurch war der beste Platz für den Anfang. Dann fuhr ich südwestlich in das Zentrum der Südinsel durch weite Ebenen und hatte meine erste Übernachtung bei Petsy Croft außerhalb Omarama, eine nette Frau, die Bed & Breakfast betreibt aber nur den Backpacker Preis verlangt, wenn man als Backpacker an ihre Türe klopft. Ich fuhr über den Lindis Pass, der nur vier Wochen später wegen Schneefalls gesperrt wurde, was ich im Fernsehen auf Rarontonga sah. In Roxburgh hatte ich ein vorzügliches Mittagessen im einzigen lokalen Hotel.
Dann erreichte ich die Südküste auf der Southern Scenec Route. Die Catlins mit Cannibal Bay, Curio Bay und Slope Point war ein wunderbares Gebiet. Ich kam durch Invercargill und übernachtete ich in Tuatapere bei Shooters Backpackers. Nach Te Anau erreichte ich Queenstown mit einer sehenswerten Umgebung wie Arrowtown.
Wanaka war einer meiner liebsten Plätze. Ich übernachtete bei The Purple Cow, die sehr gut war aber man sagte mir, Hollys Backpackers wäre noch besser gewesen. Kurz nach dem Haast Pass hatte ich meinen ersten Blick auf den entfernt liegenden Mount Cook und erreichte die West Coast. Dann besuchte ich den Fox und den Franz Josef Gletscher. Ein besonderes Erlebnis war mein Aufenthalt in The Old Church nahe Kakapotahi mit einem tollen offenen Kamin.
Im Nordwesten nahe der Golden Bay gefiel mir nur Kaiteriteri. In Picton übernachtete ich bei Sequoia Lodge Backpackers. Die Fähre von Picton nach Wellington ist ein tolles Erlebnis und man kann Delphine beobachten. Auf der Nordinsel 30 km nach Wellington am HW 1 empfehle ich bei Fisherman's Table zu essen. Danach hatte ich eine gute Übernachtung in Wanganui in Tamaras Backpackers Lodge. Dann fuhr ich entlang dem Wanganui River und kam in den Regen beim Tongariro National Park und den ganzen Weg bis Taupo. So bog ich nach rechts zum Hawke Bay und in Richtung East Cape.
Mein nächstes Erlebnis war in Whangara wo der Film "Whale Rider" gedreht wurde. Ich kam um eine Kurve über einen Hügel, sah ein Dorf, hielt neben einem Maori an und machte ein Foto. Dann fragte ich den Maori, ob das Whangara sei. Zwei Sätze später wechselte er auf deutsch und sagte mir, dass er in Tübingen wohnt, etwa 100km entfernt von mir. Er erklärte mir, wo ich parken und was ich in dem Dorf ansehen sollte. Zwei Tage später hatte ich die Möglichkeit, mir diesen Film anzusehen. Zwei Analogien ergaben sich. Der Sohn des Häuptlings von Whangara ging nach dem Tod seiner Frau bei der Geburt der Tochter nach Deutschland. Später im Film fuhr der Häuptling mit seiner Enkelin auf dem Fahrrad genau um diese Kurve über den Hügel, wo ich zwei Tage vorher angehalten hatte und der Blick schwenkte auf das Dorf so, wie ich es gesehen hatte.
Nahe Tologa Bay machte ich eine schöne Wanderung zum Cooks Bay. In Tologa Bay war mir Pacifika Backpackers und in Tokomaru Bay Brians Place empfohlen worden aber ich kam nicht zur Zeit für eine Übernachtung vorbei. Nach dem East Cape fuhr ich erneut in Richtung Lake Taupo und wieder begann es zu regnen als ich in die Nähe von Rotorua kam.
So fuhr ich zur Coromandel Halbinsel welches mein Lieblingsplatz auf der Reise wurde. In Tairua hatte ich bei Beach Villa Backpackers einen guten Aufenthalt und die Möglichkeit "Whale Rider" zu sehen. Nächster Aufenthalt war die Tatahi Lodge in Hahei. In der Gegend gibt es eine Reihe wundervoller Buchten und Strände wie Hot Water Beach und Cathedral Cove wo ich das erste Mal im Pacific schwamm. Die nächste Übernachtung hatte ich nördlich von Auckland bei Coastal Cow Backpackers in Mangawhai Heads. Nach Whakapara fuhr ich östlich vom Northland Forest Park entlang einer wunderschönen Küste hinauf nach Russel, Bay of Islands und Paihia. In Waitangi (wo der Vertrag unterzeichnet wurde) traf ich zufällig den Häuptling, den ich erkannte, weil ich ihn in einem Film gesehen hatte.
Hinter Kerikeri fuhr ich zur Matauri Bay und etlichen anderen tollen Buchten und weiter nach Whangaroa, wo ich eine schöne Übernachtung bei Sunseeker Lodge fand. Das Nächste war Cape Reinga und die bemerkenswerten Dünen bei Te Paki, wo die Busse die Ninety Mile Beach verlassen. Der Nordwesten der Nordinsel bei Kaitaia und hinunter zu den Kauri Wäldern ist gefährlich wegen Fahrzeugeinbrüchen. Ich hatte eine gute Übernachtung in Opononi im House of Harmony BBH. Im Waipoua Forest sah ich mehrere bis zu 2000 Jahre alte Kauri Bäume und machte einen schönen Rundgang während mein Auto auf dem bewachten Parkplatz stand. An der Baylys Beach nahe Dargaville sind die Brecher der Tasman See so mächtig, dass es eine Warnung wegen Lebensgefahr gibt. Nahe Auckland sind die Waitakere Ranges es wert, besucht zu werden. Auckland selbst mochte ich nicht so sehr wegen der Lautstärke, den Abgasen und der Hektik.