Zeigt es dabei die folgenden Symptome ganz oder teilweise,
dann geben Sie ihm kein RITALIN, sondern überprüfen Sie zuerst,
ob eine oder mehrere der anschließend genannten Störungen vorliegen!
Dabei kann es sich um ein gestörtes beidäugiges Sehen handeln. Lassen Sie Ihr Kind auf Winkelfehlsichtigkeit überprüfen. Vor einer Korrektion mit prismatischen Linsen ist es jedoch nötig, von einem erfahren Strabologen prüfen zu lassen, ob ein Mikrostrabismus (Mikrotropie) vorliegt, denn wenn zur Winkelfehlsichtigkeit noch eine Anormale Netzhaut Korrespondenz durch Mikrostrabismus kommt, darf die klassische MKH nicht angewandt werden. Wenn keine Diagnose vorliegt, muss der Augenoptiker dies mittels Cover-Uncover-Test prüfen.
Optimal wäre eine objektive Refraktion und strabologische Untersuchung jedes Kindes beim Strabologen mit etwa 6 Monaten und sorgfältige Beobachtung vor und im Kindergarten sowie im ersten Schuljahr.
Weiters kann es sich um eine neurologische Entwicklungsverzögerung handeln. Besonders die sozialen Folgen von fortdauernden primitiven Reflexen sollte jeder Lehrer mal gelesen haben. Siehe auch INPP.
Möglicherweise hat Ihr Kind auch einen Mangel an Omega-3-Fettsäuren auf Grund falscher Ernährung oder einer Störung des Fettstoffwechsels. Dazu gibt es die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Durham-Studie der Universität Oxford an Kindern von 5 bis 12 Jahren.
Es kann auch eine Störung des räumlichen Hörvermögens vorliegen, d. h. die akustische Wahrnehmungsrichtung stimmt nicht mit der Realität überein. Damit kann nicht selektiv gehört werden, wichtige Informationen gehen in den Störgeräuschen unter.
Als Ursachen kommen Störungen des normalen Schwangerschafts- und Geburtsverlaufs in Betracht wie: Kaiserschnitt, Frühgeburt, Mobbing während der Schwangerschaft, drohende Frühgeburt, bis 1995 Gabe von Cortison Celestan zur Reifung der Lungenbläschen, mangelnde Stimulanz des Ungeborenen bei verordneter Ruhe wegen drohender Frühgeburt, extrem lang dauernde oder extrem schnelle Geburt, Sauerstoffmangel bei der Geburt. Vom Cortison weiss man heute, dass es die Hirnentwicklung verschlechtert und zu Lauf- und Lernstörungen führt.
Unsere kontinentale Ernährung ist arm an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (enthalten z. B. in fettem Fisch, kalt gepresstem Leinöl, Walnussöl, Rapsöl). Fettstoffwechselstörungen oder schlechte Ernährungsgewohnheiten mit gesättigten Fettsäuren (z. B. Pommes, Fast Food) verschärfen diesen Mangel.
Omega-3-Fettsäuren sind der Grundstoff für den Stoffwechsel im Gehirn. Zwei Drittel des Hirnstoffwechsels werden für die Verarbeitung von visuellen Informationen verbraucht. Wird hier z. B. wegen Winkelfehlsichtigkeit oder visueller Überflutung mehr verbraucht, geht dies anderen Gehirnteilen verloren.
Winkelfehlsichtigkeit verbraucht Botenstoffe und Omega-3-Fettsäuren "liefern" Botenstoffe. Zu viel Verbrauch oder zu wenig Lieferung führen beide zu einem Mangel, der logischerweise zu den selben hier aufgelisteten Symptomen führt.
Hier kommt nach der Fehl-Diagnose AD(H)S das Ritalin ins Spiel. Ritalin soll salopp gesagt den Botenstoffklau von anderen Gehirnteilen verhindern. Logischerweise steht dann dem Sehzentrum zu wenig zur Verfügung, von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen.
Niemand, der sich nicht intensiv mit der Materie beschäftigt hat oder betroffen ist, kann sich auch nur annähernd vorstellen, welchem Leidensdruck solche Kinder und teilweise auch die Eltern ausgesetzt sind.
Ratschläge über richtige und konsequente Erziehung, häusliche Bestrafungen, schulische Strafarbeiten und von der Schule verhängtes Nachsitzen (Arrest) sind nutzlos, weil es dem Kind nicht am Willen oder der Einsicht mangelt, sondern es unter dem Stress einfach nicht mehr anders kann!
Anm.: Alle vorstehenden Aussagen sind zusammengetragen aus im Internet zugänglichen Dokumenten und wurden von mir lediglich komprimiert und geordnet.
AD(H)S ist keine Diagnose, sondern der untaugliche Versuch, einer Gruppe von Symptomen einen Namen zu geben. Das geschieht meist mittels standardisierter Fragebögen, was Objektivität vortäuschen soll. Damit kann die Sache bzw. der dahinterstehende Mensch leichter in eine Schublade geschoben und bedenkenlos die Droge Ritalin zur Ruhigstellung verschrieben werden. Wenn dies nicht hilft oder noch weiter aufputscht, ist der schulische und soziale Abstieg, der sich oft "geräuschvoll" vollzieht, vorprogrammiert. Die wahren Ursachen interessieren offenbar nicht.
Menschliche Tragödien wie der Amoklauf von Erfurt stehen am Ende eines langen Leidenswegs.
"Robert flog, im Februar, zwei Monate vor der Abiturprüfung, von der Schule. Diese härteste Maßnahme, die eine Schule verhängen kann, wirkte für den strebsamen jungen Mann wie ein Todesurteil. Das Abitur war weg, unwiederbringlich, und das Studium damit auch. ... Eine Blamage, die er vor allen geheim hielt. ... Deshalb die Rache vom Freitag, diese Serie von Hinrichtungen und Bestrafungen." (Der Spiegel 18/2002)
"Thüringen ist das einzige von 16 Bundesländern, in dem ein Schulverweis kurz vor dem Abitur den Weg zu einem Schulabschluss überhaupt verbaut. ... Diejenigen, die Fehler machen, stigmatisiert das System zu schlechten Schülern. Sie werden vom Gymnasium in die Realschule und von dort in die Hauptschule exportiert - oder fallen, wie im Extremfall des Robert Steinhäuser durch alle Raster." (Die Zeit 19/02, S. 31)
Ein Jahr danach. Eine Antwort von Karin Jäckel an Frau B.